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Psychotherapeutische Praxis
Dr. Phil. Philippe Stöckli
Haltung und Menschenbild
“Alles was wir suchen, ist bereits in uns.”
Meine psychotherapeutische Arbeitsweise basiert
in erster Linie auf einem humanistischen,
traumasensiblen Menschenbild. Studien haben
längst gezeigt, dass der stärkste Wirkfaktor einer
Psychotherapie weder Therapieschule noch
Erfahrung ist. Vielmehr hat sich die Beziehung, das
Gesehen und Gehört-Werden von Mensch zu
Mensch als wichtigster Faktor herausgestellt.
Folgende Sätze sind für mich sehr zentral:
•
Wahrhaftes Zuhören schafft Regulation und
Verbindung zum Gegenüber
•
Verbindung zum eigenen Körper ermöglicht
Energiefluss, Regulation und Integration
•
Alles funktioniert besser in entspanntem Zustand
•
Jeder Moment bietet die Gelegenheit, mit sich in
Kontakt zu kommen und Selbstakzeptanz zu
üben
•
Wer lernt, den Signalen des Körpers zu folgen, ist
auf dem Weg zum natürlichen Kernselbst.
Haltung des Vertrauens in körpereigene
Weisheit und Heilkräfte
Meine therapeutische Haltung ist geprägt von der
Überzeugung, dass sich unser Geist, unsere
Psyche, unser Körper und unser Nervensystem am
besten selber heilt. Das mag vielleicht sarkastisch
klingen: Wieso bin ich dann nicht schon längst
gesund und es geht mir wieder toll? Der Glaube in
die Selbstheilungskräfte bedeutet nicht, dass wir
keine Unterstützung brauchen. Denn Belastung
und Stress gehen meist einher mit einem
Unterbruch der Verbindung zum Selbst. Damit
fehlen dem Gehirn wichtige Signale aus dem
Körper, und die emotionale Energie kann nicht
mehr fliessen und ist blockiert. Ein freundlich
zugewandtes Gegenüber, ein sicherer Raum, in
dem man sich selbst sein kann, sind
Voraussetzungen, diese verlorene Verbindung
wiederzufinden und zu reanimieren. Es braucht
manchmal Zeit, Vertrauen in das Gegenüber und in
den eigenen Körper aufzubauen, je nachdem, was
man erlebt hat.
Mein Vertrauen in die Weisheit des Körpers geht
auf jahrelange Selbsterfahrung mit den
verschiedensten Therapiemethoden zurück, u.a.
Gestalttherapie, EMDR, NARM, Somatic
Experiencing, Shiatsu, Neurofeedback, Feldenkrais,
Cranio und Rolfing. Und sie fusst auf der
humanistischen Tradition, die ich im Rahmen
meiner Gestalttherapeutischen Ausbildung
kennengelernt habe und die Heimat meines
therapeutischen Ansatzes bildet. Unter einem
humanistischen Ansatz verstehe ich, dass ich der
PatientIN auf Augenhöhe begegne, und mich als
ganzer Mensch zeige, im Bewusstsein um meine
eigene Verletzlichkeit und Stärke. Ich begegne dem
Gegenüber, so wie auch ich es schätzen würde: mit
Respekt, Interesse, Wertschätzung und mit
Menschenwürde.
Verwendete Methoden, die Selbstheilung
fördern
Im Folgenden möchte ich anhand der
verschiedenen Methoden aufzeigen, inwiefern
diese das Element der Selbstheilung beinhalten:
Gestalttherapie
Gestalttherapie basiert auf humanistischen Werten
und besitzt Wurzeln in der Achtsamkeitstradition,
der Psychoanalyse und der Gestalttheorie. Letztere
besagt u.a., dass eine offene Gestalt auf deren
Abschluss hindrängt. Dies bedeutet in der Folge,
dass Systeme sich selbst organisieren, solange ein
Austausch, also eine Verbindung möglich ist. Diese
Systeme können gesellschaftliche Gruppen sein
oder der Organismus selbst. Gestalttherapeutische
Interventionen umfassen denn auch solche, die
den Austausch zwischen Systemen fördern. Dazu
werden Elemente des Systems oft symbolisiert und
können dann ausserhalb der Person betrachtet
werden, z.B. in Form einer Stuhlarbeit oder einer
Identifikation mit einem Symbol. So können
Gefühle, Bedürfnisse, kindliche oder Erwachsene
Anteile und vieles mehr symbolisiert
werden. Im Austausch wird Wert darauf gelegt,
dass die Elemente das zum Ausdruck bringen, was
ihnen als wichtig erscheint. Der Therapeut macht
u.U. Vorschläge für Experimente, so dass fehlende,
abgespaltene oder wenig entwickelte Aspekte
erfahren und integriert werden können. Der
Patient wird zu diesen Experimenten
eingeladen, und entscheidet danach selbst, was
innerlich auf Resonanz gestossen ist und welchen
Wert das hat. Zentrales Element in der
Gestalttherapie ist der Kontakt, ein anderes Wort
für Verbindung.
Somatic Experiencing
Somatic Experiencing ist ein körperbasierter
Traumatherapieansatz, der stark Bottom-Up
arbeitet. Das bedeutet, dass sensomotorische und
emotionale Informationen, die vom Körper und
den Sinnen kommen, zentral sind bei der
Verarbeitung von Stress und Trauma. Wir alle
wissen, dass Angst und Trauma nicht durch reine
kognitive Bearbeitung verschwinden. Die
Forschung konnte nachweisen, dass traumatische
Erinnerungen in erster linie im impliziten
Körpergedächtnis gespeichert sind und
damit aus sinnlichen, emotionalen und
interozeptischen Informationen bestehen. Peter
Levines Grundidee besteht darin, dass
Traumasymptome dann verschwinden, wenn die
verhinderten Verteidigungsreaktion zu Ende
gebracht werden kann. Das Wesen von Trauma
besteht ja darin, dass man sich nicht verteidigen
konnte und überwältigt wurde. Um diese
instinktiven Reaktionen aufzuspüren, ist es nötig,
dem inneren Spürhund zu folgen, und die subtilen
Zeichen des Körpersystems zu beachten und ihnen
Raum zu geben, so dass sie sich auf natürliche
Weise entfalten können. Anders ausgedrückt geht
es darum - ähnlich wie im NARM - die blockierte
Lebensenergie zu finden und diese wieder fliessen
zu lassen. Auf diese Weise können Traumata sich -
ähnlich wie in er Tierwelt - auf natürliche Weise
entladen und verwandeln, und die gebundene
Energie steht dem Organismus wieder zur
Verfügung. Die Homöostase ist wieder hergestellt.
NARM (neuro-affective relational model /
neuroaffektives Beziehungsmodell)
NARM ist ein auf Entwicklungstrauma
ausgerichteter Psychotherapie-Ansatz, der auf
den Prinzipien von Somatic Experiencing und
Gestalttherapie, u.a. basiert. Er geht davon aus,
dass wir mit voller Vitalität und Lebenskraft zur
Welt kommen, uns dann aber im Laufe der
Entwicklung so an die Umwelt, respektive Eltern,
anpassen, dass wir unsere natürliche Lebenskraft
vermindern. NARM unterstützt KlientInnen darin,
die eigene natürliche Lebenskraft wieder zu finden
- denn sie liegt in uns und kann nicht verloren
werden. Wenn wir mit dieser Lebenskraft
verbunden sind, lösen sich Konflikte, Spannungen
und Symptome oft von alleine auf. In der Realität
muss man sich diesen Prozess als eine graduellen
vorstellen: Es geht darum, in einen Zustand zu
kommen, in dem unser Körper optimal mit seinen
Ressourcen und dem Umfeld verbunden ist -
Porges nennt ihn den ventral vagalen Zustand. Da
das Leben nicht statisch ist, sind auch unsere
Zustände dynamisch und halten nicht an. Je öfters
ein Individuum jedoch die Erfahrung dieses
Zustandes der Verbundenheit, Sicherheit und
inneren Ruhe macht, umso mehr festigt sich dieses
neuronale Netzwerk und damit das Vertrauen in
die Selbstheilungskräfte und der Glaube, dass es
schon gut kommt.
EMDR (eye movement desensitization and
reprocessing)
EMDR ist eine traumatherapeutische Methode, bei
der durch bilaterale Stimulation dem Gehirn
signalisiert wird, dass es jetzt verarbeiten soll,
jedoch nicht WIE. Dabei gilt der Grundsatz, dass
der Prozess umso besser funktioniert, je weniger
Therapeut (oder Klient) eingreifen. Im Vertrauen,
dass das Gehirn genau das bearbeitet, was im
Moment das Wichtigste ist, und genau auf diese
Weise, wie es für den Organismus am besten ist. Es
ist faszinierend, mitverfolgen zu können, wie sich
auf diese Weise überwältigende Erfahrungen in
verarbeitete Erinnerungen verwandeln und wie
eigene Ressourcen vom Gehirn hinzugezogen
werden.
Eine Bemerkung zu Körpertherapie und
Berührung
Wer zu einem Psychotherapeuten geht, erwartet
Gespräche im Sitzen ohne Berührungen. Meine
körperorientierten Ausbildungen und
Selbsterfahrungen in den letzten Jahren haben
mich immer näher zum Körper gebracht. Durch die
wissenschaftliche und persönliche
Auseinandersetzung mit der Funktionsweise und
Evidenz von Körpertherapie - aus der im Übrigen
mein Buch entstanden ist - habe ich u.a. realisiert,
dass der Zugang zu gewissen Themen und
Problematiken über eine klassische
Gesprächstherapie kaum möglich ist, z.B. frühe
Entwicklungstraumata, Erlebnisse der frühen
Vernachlässigung oder Nahtoderfahrungen. Daher
biete ich eine körperorientierte Arbeitsweise mit
oder ohne Berührungen an, jedoch nur wenn Sie
das wünschen und bei genügend gegenseitigem
Vertrauen. Das Angebot ist eine Erweiterung
meines bisherigen psychotherapeutischen
Ansatzes.
Impressum
Psychotherapeutische Praxis
Dr. phil. Philippe Stöckli
Gemeindestr. 26 | 8032 Zürich
Tel. 076 282 8885